Francesco Decembrini (Initiator und Planer des "Garten der Rose")

Dank der Weitsicht der Bürgermeisters von Ronzone sowie der begeisterten Beteiligung seitens des Dienstes für Landschaftsaufwertung der autonomen Provinz Trient, konnte ich vor sechs Jahren meine Idee verwirklichen, einen besonderen Garten der Rose zu errichten.

Dadurch wollte man ein besonders delikates Projekt realisieren, in einem schönen und fragilen Gebiet wie jenem des Alta Val di Non - Anaunia.

Dieses Gartenprojekt sollte und soll auch weiterhin ein bescheidenes Beispiel und gleichzeitig Triebfeder für eine delikate Entwicklung dieses Talabschnittes sein, das auf Qualität und Unvergleichbarkeit setzt, so wie es die wunderbare und zu großen Teilen noch unberührte Natur verdient, in der es liegt.

Der Garten bietet nicht jene teilweise unverschämte Schönheit der neuzeitigen Rosen, nicht die gängigsten Farben; vielmehr die Feinheit und den Duft von Rosen, die ob ihrer besonderen und kleinen Details als Unikate zu betrachten sind.

Umgeben und hervorgehoben werden die mit großer Sorgfalt gepflegten Rosen von mehr als 10.000 immergrünen Gräsern, anstatt der üblichen Stroh- oder Mulchschüttung.

Aus diesem Grunde wird der Garten seit einem Jahr unter enormen Anstrengungen und Raffinesse in der Pflege und Wartung nach streng biologischen Kriterien geführt.

…. Die ersten Erfolge aus dieser Behandlungsmethode von Blättern und Früchten der Rosen werden alsbald verfügbar sein.

 

Fabrizio Fronza (Technischer Leiter des Gartens der Rose)

Ein Ort der Schönheit, mit einer reichen Sammlung der häufigsten Gattungen dieser Pflanze, die über Jahrhunderte - und immer noch - Popularitätsfavorit der Gärten des Westens war und ist.

Im Garten der Rose von Ronzone kann eine der wichtigsten und ältesten Sammlungen der Zeitgeschichte, an beliebten botanischen Gärten des Westens gleichwie des Ostens, bewundert werden; sie umfasst:

-      Zahlreiche Arten botanischer Rosen, Urformen spontan wachsender Gattungen, die als einfache fünf-blättrige Blumen voller Kraft und Rustikalität im Laufe der Zeit und in unermüdlicher Selektion und durch Kreuzungen zu den heutigen Formen hochgezüchtet werden konnten. Von den 160 botanischen Arten, alle aus der nördlichen Hemisphäre stammend und Vorgänger des heutigen Bestandes an Rosen, sind einige sehr weiterentwickelt worden: Rosa Chinensis, Rosa Gigantea, Rosa Multiflora, Rosa Moschata, Rosa Foetida, Rosa Fedschenkoana, Rosa Rugosa und Rosa Gallica; letztere stammt aus Mittel- und Südeuropa.

Außerdem finden wir:

-       Rose rugose, japanischen Ursprungs, rustikal und mit großer Fruchtform;

-       Rose bourbon, eine hybride Art, abgeleitet aus der Kreuzung der Rosa Chinensis mit der Rosa x Damascena Bifera, die im XIX Jahrhundert aus der Insel Bourbon (Reunion) eingeführt wurde; es handelt sich hierbei um eine sehr verbreitete Gattung, die in den neu erblühenden Gärten der Mitte des XIX Jahrhunderts ihren Duft verbreitete;

-      Hybride der Rosa Moschata, eine Gattung mit einfachen Blumenblättern die wahrscheinlich aus dem Himalaya stammt und die seit jeher angepflanzt wird;

-      Rose Mucose, die von den Gattungen der Centifolia und Damascena abgeleitet worden sind und die moosähnliche Kelchblätter aufweisen;

-     Die Zentifolia, eine Art, die von Holländern zwischen dem XVII und XVIII Jahrhundert durch Hybridisierung von der Rosa Gallica, Phoenicea, Moschata und Canina gezüchtet wurde;

-     Alba, eine kleine Gruppe antiker Rosen, im Mittelalter sehr verbreitet und zu medizinischen Zwecken angebaut, wird jetzt ob ihrer ästhetischen Vorzüge sehr geschätzt.

-      Englische Rosen, durch Kreuzungen von den Gallischen, den Damaszenern, den Centifolie und Muscose abgeleitet, verbinden die Schönheit der antiken mit den Qualitäten der modernen Rosen an Fülle, Wachstum und Duft.

Auf einem Gebiet wie das Trentino, welches sich mit der Auszeichnung der UNESCO für seine Landschaft rühmen kann und welches seine Tourismuspolitik auf die intakte Natur und auf das Wohlbefinden aufbaut, ist es angebracht, diese Gesundheitsprinzipien auch auf die Landbau- und Gartentechniken anzuwenden. Der Besuch dieses kleinen aber artenreichen Gartens ermöglicht auch, das Zusammenleben verschiedener langlebiger Pflanzenarten mit homogenen Gruppen von Rosen zu erfahren, sowie den Genuss des vielfältigen Panoramas und des aufregenden Anblickes der Berge des Val di Non.

© 2016 Giardino della rosa. Ronzone - Trento - Italy